Aufwändige Postproduktion
Meier sitzt in der media city leipzig im Schnittraum der OTTONIA. Jetzt muss der Regisseur zusammen mit Cutterin Hanka Knipper aus dem ungeschnittenen Filmmaterial die 45 Minuten finden, die im Oktober gesendet werden. Wie bei einem Puzzle. Das ist keine Sache von ein paar Stunden. Sind für die Dreharbeiten insgesamt zwölf Tage vorgesehen, so dauert der Schnitt noch mal so lange.
Der Schnittplatz sieht übersichtlich aus. Auf einem kleinen Monitor läuft das gedrehte Filmmaterial. Daneben stehen noch zwei Computerbildschirme. Auf einem sind gerade mehrere Ansichten des Obersalzberges zu sehen. Auf dem Berg nahe Berchtesgaden hatte Hitler einen zweiten Regierungssitz errichtet.
Aufmerksamkeit vor dem Monitor
Mit Hanka Knipper arbeitet Meier das erste Mal zusammen. Zuletzt brachte sie bei der Zoo-Doku „Eisbär, Affe & Co.“, die ebenfalls von der OTTONIA Media produziert wurde, die Szenen in die richtige Reihenfolge. Die Cutterin fügt nicht nur die Bilder zusammen. Sie ist auch die erste Zuschauerin, die den Film sieht. „Sie muss Fehler bemerken“, sagt André Meier. Dazu braucht es neben dem technischen Können am Schnittplatz auch eine fundierte Allgemeinbildung, damit sich keine Fehler in den Film einschleichen.
Wochenschau-Bilder mit Spielszenen verzahnen
Meier hat auch das Drehbuch für seinen elften Film für die „Geschichte Mitteldeutschlands“ geschrieben. Für die Dokumentation greift Meier unter anderem auf Material der „Wochenschau“ zurück. Im Film sind die Spielszenen, der dokumentarische Teil und die „Wochenschau“-Bilder ausgewogen aufgeteilt. Die „Wochenschauaufnahmen“ mit den Spielszenen zu verzahnen, ist anspruchsvoll. Die Übergänge müssen stimmen. „Man muss aufpassen, dass die Formate nicht miteinander konkurrieren“, sagt André Meier.
Auskunftsfreudige Briefe
Eine ergiebige Quelle für die Recherchen von André Meier war der Briefwechsel Bormanns mit seiner Frau Gerda, der in den Fünfziger Jahren auf Englisch veröffentlicht wurde. Darin weihte er seine Familie detailgetreu in seine Arbeit ein.
Meier interessiert sich in seinem Film für den Aufstieg und nicht so sehr für das lange Zeit mit Fragezeichen versehene Ende Bormanns. Meier vergleicht Bormann mit Albert Speer. Er sei ein Pragmatiker und Bürokrat gewesen. Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess wurde Bormann als der böse Erzengel an der Seite des Teufels beschrieben.
Am 26. Oktober, um 20.15 Uhr, zeigt das MDR Fernsehen „Martin Bormann – Hitlers Sekretär“.
Pressemitteilung © OTTONIA Media GmbH 08/2008