Die freiwillige Hölle

OTTONIA dreht Dokumentation „Frontschwestern“

Elisabeth Veith ist gerade 19 Jahre alt, als sie sich zum Kriegsdienst an die Front meldet, als Krankenschwester. „Ich fühlte damals vor allem Glück und Stolz, dass ich dabei sein durfte. Erst später habe ich begriffen, ich hatte die Hölle freiwillig gewählt“, sagt sie weit über 60 Jahre später in die Kamera der OTTONIA.

Der Schwesterneinsatz im Zweiten Weltkrieg ist ein bis heute kaum aufgearbeitetes Thema mit einer enormen Spannbreite, vom Heilen und Helfen bis zu Schuld und Verantwortung. Die OTTONIA-Dokumentation „Frontschwestern“ bringt dieses Thema nun ins deutsche Fernsehen.

Wertvolles Zeitzeugenmaterial

„Im Augenblick drehen wir die Interviews mit den Zeitzeuginnen“, berichtet Andrea Bergmann, Produzentin der Doku. Inzwischen sind sieben Interviews im Kasten. Die Teams waren hierfür in Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg und in Sachsen unterwegs.

„Bei Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg sind die Protagonisten naturgemäß schon sehr betagt. Darauf muss man bei den Dreharbeiten natürlich Rücksicht nehmen“, erklärt Produzentin Bergmann. Andererseits sei es die letzte Generation Zeitzeugen, die zum Zweiten Weltkrieg noch Aussagen aus erster Hand machen kann. Dadurch sei das gedrehte Material auch besonders wertvoll.

Vergrabene Erinnerungen

Auch Elisabeth Veith musste einen Drehtermin aus gesundheitlichen Gründen absagen. Aber dann wollte sie doch sprechen. Über viele Jahre hatte sie die Erinnerungen an die Front und ihre spätere Kriegsgefangenschaft tief vergraben. „Ich wollte nicht, dass mir unangenehme Dinge nachgesagt werden“. Erst heute, mit über 80 Jahren, gelingt es ihr, zu reflektieren.

Schon im März wird bei der OTTONIA mit dem Schnitt für die Dokumentation „Frontschwestern“ begonnen. Entstehen sollen dabei zwei Versionen: Eine 52-Minuten-Version für ARTE und eine 45-Minuten-Fassung für den MDR. Die Filme sollen voraussichtlich im Herbst gesendet werden.

 

 

Pressemitteilung © OTTONIA Media GmbH 2/2009